Gefühle wieder spüren und zulassen

Oft sind die Umstände in unserer Vergangenheit schwierig gewesen oder wir haben sogar ein oder mehrere Traumata erlebt. Zum Beispiel einen lieben Menschen verloren, einen Unfall gehabt, eine Krankheit erlitten, einen tiefgreifenden Konflikt oder eine Trennung erlebt, so dass wir Schutzmechanismen entwickelt haben, um uns nicht mehr zu spüren. Um wieder ins Fühlen zu kommen ist schon die Erkenntnis dass du wahrnimmst, dass du dich nicht mehr fühlen kannst ein Schritt zu dir selbst. Es lohnt sich und ist hilfreich zunächst auf der Verstandesebene zu verstehen, welche Gefühle es überhaupt gibt (positive wie negative) und zu erkennen, dass lang unterdrückte Gefühle Energie-Blockaden im Körper auslösen können. Sei liebevoll mit Dir selbst. Versuche dich selbst so anzunehmen wie du bist. Da kommt vielleicht wieder der innere Kritiker aber gib ihm mal Pause. Er darf jetzt ausruhen, denn jetzt geht es um dich. Das klingt vielleicht schwierig aber das ist es meistens nur am Anfang. Nimm die erste Hürde und dann geht es leichter.

Auf einer Skala von 0-10 (0 gar nicht bis 10 vollständig) was würdest du sagen wie sehr hast du dich selbst lieb? Wenn du dich nicht oder kaum lieb haben kannst, dann sind da wahrscheinlich innere Verletzungen und du hast dich von dir selbst abgespalten. Das hat in der Vergangenheit zu deinem Schutz gedient, aber jetzt möchtest du ja einen Schritt zu dir machen. Schenke dir selbst Aufmerksamkeit. Werde dir mehrmals täglich bewusst was du gerade fühlst. Nimm es einfach wahr: “Aha, jetzt bin ich wütend… traurig.. erschöpft… angespannt oder fröhlich… gelassen… entspannt… aufgeregt….”. Du kannst dir vorstellen, dass die Gefühle bunt sind wie auf einem Mandala. Sie sind unterschiedlich intensiv und kommen und gehen in Wellen.

Es gibt die positiven Gefühle wie Akzeptanz, Ruhe, Zulassen, Positive Erwartung, Vertrauen, Glauben, Hoffnung… Mut … Freude, Fülle, Verbundenheit, Wertschätzung, Harmonie, Liebe, Frieden, Einheit. Die negativen Gefühle sind zum Beispiel Starre, Traurigkeit, Kummer, Verzweiflung, Angst, Schuld, Einsamkeit, Schmerz… Wut… Ungeduld, Frust… Es ist wichtig zu verstehen, dass alles Energie ist. Die positiven Gefühle sind hoch schwingend, die negativen Gefühle niedrig schwingend. Du kannst dir das wie eine Spirale oder wie ein Mandala vorstellen. Vielleicht hilft es Dir ein Tagebuch anzulegen. Schreibe die Gefühle auf, die dich am Tag begleiten. Das erfordert Übung ist aber notwendig auf dem Weg zu dir selbst. Frage dich: Was ist das für ein Gefühl? Gib dem Gefühl einen Namen. Wo in meinem Körper spüre ich das Gefühl? Wichtig ist zu verstehen: Du bist nicht das Gefühl. Gefühle sind Begleiter auf unserem Lebensweg, die sich aufgrund eines Ereignisses und aufgrund unserer Erfahrungen zeigen. Benenne das Gefühl. Schreibe genau auf wie es sich anfühlt. Spüre da hin. Lege die Hände auf diese Körperstelle wenn möglich. Atme in deinen Körper hinein. Zu dieser Stelle hin. Beobachte was geschieht. Wenn ein Gefühl länger als eine halbe Stunde bleibt, oder immer wieder kehrt aufgrund von ähnlichen Auslösern, dann ist es eine Emotion und hat mit deiner Vergangenheit zu tun. Dann solltest du tiefer forschen und eventuell ist es dann sinnvoll sich eine Begleitung zu suchen, die dich unterstützt. Aber zunächst geht es darum dich selbst mehr zu beobachten. Du gehst deinen Aufgaben nach und beobachtest. Da ist eine Situation die dich triggert, es kommt ein Gefühl hoch. Aha so fühlt es sich an. Beobachte wie lange das Gefühl bleibt und versuche nicht sofort zu reagieren. Vielleicht hast du auch den ganzen Tag nicht an diese Übung gedacht, dann nimm dir abends ein paar Minuten Zeit mit deinem Gefühle-Tagebuch und erinnere dich. Was war heute? Dann schreibst du auf: Die Situation, und das Gefühl. Du stellst dann vielleicht fest, dass die Situation nicht so gelaufen ist wie du gewünscht hättest. Dann schreibe auf was hättest du gebraucht? Vielleicht eine Umarmung oder dass jemand dir zuhört. Schreibe dir auf, wie die Situation in der Zukunft  laufen könnte. Zusammengefasst kannst du in Stichpunkten festhalten:

Die Situation, das Gefühl, was hättest du gebraucht, wie wünscht du es dir für die Zukunft oder wie möchtest du das nächste Mal reagieren? Du wirst feststellen, dass es dir mit der Zeit und mit Übung leichter fällt dich selbst zu beobachten. Das macht dich freier in der Möglichkeit, wie du reagierst. Du spürst nun dass du selbst mehr bist als dein Körper und deine Gefühle aber sie begleiten dich auf deinem Lebensweg. Vielleicht merkst du auch, dass die Gefühle unterschiedlich stark sind, und dass es dir leichter fällt dich zu beobachten, wenn du eine zentrierende Übung oder Meditation am Tag machst und dir Zeit für dich nimmst um zur Ruhe zu kommen.

Ich wünsche dir Mut und Zuneigung zu dir selbst auf diesem Weg. 

 

Deine Gefühle