im Einklang 

Einatmen und Ausatmen ist der erste Austausch von hinein Nehmen und heraus geben von Sauerstoff, Licht und Energie, der völlig natürlich in Gang gesetzt wird, wenn wir auf die Welt kommen. Es ist ein Wunder. Sobald wir den schützenden Bauch, die Gebärmutter verlassen haben nehmen wir den ersten Atemzug. Atem ist Energie… mit dem Einatmen nehmen wir frische Energie auf, mit dem Ausatmen wird die verbrauchte Energie aus unseren Lungen heraus gepresst. Hier in diesem Beitrag möchte ich dir die Frage stellen: Solange wir kleine Kinder sind, empfangen wir (im Normalfall)  viel. Wir werden versorgt, behütet und geliebt. Später im Leben sind wir oft auch in der gebenden Position. Im Freundeskreis, mit dem Partner, vielleicht mit Kindern und deinen Eltern die nun selbst Unterstützung brauchen. Im Idealfall sollte dieser Austausch von Geben und Empfangen in Balance, in Harmonie sein. So frage ich dich: Wie ist das bei Dir? Bist du jemand der viel gibt und sich schwer tut etwas anzunehmen? Oder bist du jemand der gerne empfängt aber selten gibt? Oder ist bei dir diese Welle von Geben und Empfangen in Balance? Ich möchte dir erzählen, dass ich selbst erst in der Therapie begriff, dass ich vermutlich ein Helfersyndrom hatte. Meine Mutter wurde schwer krank als ich 11 Jahre alt war, und ab diesem Zeitpunkt musste ich mich oft selbst versorgen. Mein Vater war viel fort in der Arbeit. Meine Lebensumstände führten dazu, dass ich mich immer um andere sorgte und kümmerte. Zunächst um meinen Vater, als meine Mutter starb, dann meine Großeltern… Zudem wurde ich früh Mutter und war 24 Stunden Tag und Nacht da für meine Kinder. Dies führte oft dazu, dass ich überfordert, erschöpft und am Limit war. Denn ich war nicht in Balance, ich war nicht in meiner Kraft.

Es gelang mir Hilfe anzunehmen, auch von meinem Mann, aber dennoch würde ich heute sagen, war die Waage nicht im Gleichgewicht. Wenn wir überfordert, erschöpft und müde sind, dann können wir die Stimme unseres Herzens nicht wahrnehmen. Sie wird immer leiser und verstummt vielleicht ganz. Sie würde uns vielleicht zuflüstern, dass wir Pause brauchen, um in unsere Kraft zu kommen oder dass die Waage nicht im Gleichgewicht ist. Dann sind wir im reinen Überlebensmodus. Das bedeutet funktionieren, arbeiten, den Alltag bewältigen.

Andererseits kenne ich auch Menschen die eher in einer empfangenden Position sind und sich nicht scheuen für alles mögliche um Hilfe zu bitten, sich aber schwer tun selbst zu geben und sich einzubringen. Das ist auch nicht gesund. Wenn das bei dir anklingt, dann frage dich: Warum ist das so? Andere Menschen freuen sich, wenn du für sie da bist. Dein Partner, deine Partnerin, deine Freunde, deine Kinder freuen sich von Herzen, wenn du ihnen etwas gutes tust. Wenn du gibst, dann wird es vielfach zu dir zurück kommen.

Steige bewusst für 15 min aus deinem Alltag aus. Nimm dir Zeit und fühle hinein. Wie geht es dir gerade jetzt? Atme tief durch und fühle einfach. Frage dich, was bist du für ein Mensch? Warum und durch was wurdest du so geprägt? Du kannst heute anfangen dich zu beobachten und herausfinden, wie du wieder mehr in eine Balance kommen kannst. 

Zuviel geben ist eine Form von Verausgabung, wenn du nicht in deiner Kraft bist. Zu wenig geben ist eine Form von Blockade und Abgrenzung. In Balance sein von Geben und Empfangen bedeutet, dass die Energie fließt, harmonisch im Fluß. Das ist heilsam.

Hier ist eine schöne Übung für Dich: Stelle dich gerade hin spüre deine Füße auf dem Boden. Lege die Hände auf Dein Herz… spüre deinen Atem wie er gleichmäßig ein und aus strömt. Nun kommt die Geste des Gebens und Empfangens: strecke den rechten Arm aus auf Höhe des Herzens und öffne die Handfläche so dass die Handinnenfläche Richtung Himmel weist. Das ist Geben. Lege die rechte Hand wieder zur linken Hand aufs Herz. Das ist Empfangen. Atme ein und aus. Nun strecke den linken Arm aus in Höhe des Herzens, wieder Handinnenfläche weist zum Himmel. Hand wieder aufs Herz. Atme ein und aus. Wiederhole dies einige Male… spüre wie ein fließendes Geben und nehmen, ein und aus entsteht… in der Mitte ist immer Pause und atmen, wenn die Hände auf  dem Herzen ruhen. Spüre wie sich das anfühlt. Innerlich kannst du dazu sprechen: „Ich gebe (Hand wird ausgestreckt)… und ich empfange (Hand geht aufs Herz)… ich bin in Stille…” (Hände ruhen auf dem Herzen).

 

 

 

 

Geben und Nehmen